Dienstag, 21 August 2018

die Pfarrer damals :

 Erster reformierter Pfarrer der neu errichteten Pfarrei Neunkirchen, Filiale Gimsbach war Johann Peter Wilkens, der für das Jahr 1746 nachgewiesen ist. Er hatte in Heidelberg und Marburg studiert und ging schon im Jahre 1747 nach Lauterecken. 1790 ist er in Heidelberg verstorben. Die drei folgenden nachweislichen Pfarrer waren jeweils nur wenige Jahre in Neunkirchen:

Johann Ludwig Fasel: 1750 - 1752; Friedrich Christian Pletsch: 1752 - 1756; Johann Heinrich Hautz: 1756 - 1759

Pfarrer Heinrich Karl Ludwig Schneider, selbst Sohn eines Pfarrers und aus Boxberg stammend, blieb der Pfarrei nahezu 15 Jahre treu, nämlich von 1759 - 1774. Er ging schließlich nach Schillingstadt, wo er im Jahre 1797 verstorben ist. Von seinem Nachfolger ist nur bekannt, daß er aus Heidelberg stammte und auch dort studiert hatte. Er war von 1774 - 1788 Pfarrer in Neunkirchen und ging von da nach Hochspeyer wo er 1794 verstorben ist.

Ludwig Wilhelm Reichhold reformierter Pfarrer von 1788 - 1793 blieb zwar nur fünf Jahre in der Pfarrei, lag aber in dieser Zeit in ständigem Streit mit seinem lutherischen Amtsbruder Draudt.

Es folgten danach wieder drei Pfarrer mit kürzerer Amtszeit:Johann Jakob Nister: 1794 - 1796; Karl Emanuel Grohe: 1796 - 1797; Johann Karl Rödiger: 1797 - 1800 (+)

Letzter reformierter Pfarrer der Pfarrei Neunkirchen-Gimsbach war schließlich Phillipp Christian Kalbfuß. Er war in Annweiler geboren, Pfarrerssohn, und hatte in Jena und Göttingen studiert. Unter ihm schloß sich die reformierte Pfarrei der pfälzischen Kirchenunion an. Als 1818 in der Pfalz die Union eingeführt wurde, in welcher Lutheraner und Reformierte sich zu einer protestantischen unierten Kirche vereinigten, da waren auch die 128 Lutheraner und die 9 Reformierten Familien in Gimsbach einstimmig dafür. Er wirkte hier von 1801 - 1821, ab 1808 - 1821 auch als Pfarrer zu Rothselberg tätig. 1821 - 1856 war er als Pfarrer in Kriegsfeld tätig, wo er auch 1856 verstarb.

Seit 1818 wurde also die jetzt unierte Pfarrei Neunkirchen mit der Filiale Gimsbach nicht mehr von lutherischen oder reformierten, sondern von protestantisch-unierten Pfarrern betreut.
 

Zuerst war dies Karl Heinrich Ludwig Eggerling, gebürtig in Kirchheim-Bolanden, Student in Straßburg und Giesen, der 1817 zunächst noch als lutherischer Pfarrer, nach Neunkirchen gekommen war. 1830 verließ er die Gemeinde und ging nach Wachenheim wo er 1836 starb.

Ohne Zweifel der Pfarrer mit der längsten Dienstzeit in der Pfarrei war Adolf Vogt, der von 1831 - 1863, also 32 Jahre hier am Potzberg wirkte. Als Pfarrerssohn in Glan-Münchweiler geboren, hatte er in Marburg studiert, war verheiratet mit der Rehweiler Müllerstochter Luise Christine Breith und zuvor seit 1823 Pfarrer in Birkenfeld. Von Neunkirchen ging er nach Dielkirchen, wo er bis 1871 wirkte. Im selben Jahr ist er in Glan-Münchweiler verstorben.

Auch sein Nachfolger Johann Georg Alexander, Pfarrer in Neunkirchen von 1864 - 1889, hielt der Gemeinde lange die Treue. Er stammte aus Kalkofen, war Sohn eines Landwirtes und hatte zuvor verschiedene Pfarrstellen versehen, bevor er im Jahre 1864 nach Neunkirchen kam. Hier ist er auch am 09.04.1889 im Alter von 86 Jahren verstorben.

Unter Pfarrer Johann Georg Alexander bzw. Pfarrverweser Bruch, wurde 1887 auch ein Harmonium für die Kirche angeschafft. Er hatte die Gemeinde im Gottesdienst eindringlich ermahnt, daß sie die Pflicht hätten, ihr von den Ahnen ererbtes Gotteshaus auszustatten; es wurden spontan 600 Mark gesammelt und ein Harmonium für 860 Mark von der Firma Steinmeyer & Co in Öttingen a. Gries gekauft, das in Ermangelung einer Emporbühne einstweilen im Schiff der Kirche auf einem Podium aufgestellt wurde. Am ersten Sonntag nach Trinitatis wurde es "mit einem gar schönen und erhebenden Fest" eingeweiht, an dem auch die Daubermann´sche Kapelle in Gimsbach sowie der Gimsbacher Männerchor mitwirkten (ZASP 6/ Pfarrbeschreibung 1865).

In den Jahren 1889 - 1894 waren verschiedene Pfarrverweser hier tätig; in jener Zeit wurde auch das Pfarrhaus in Neunkirchen neu errichtet.

Alexanders Nachfolger waren teilweise, wieder nur kurze Zeit in Neunkirchen tätig: Heinrich Kastner: 1894 - 1896; Jakob Hoffmann: 1896 - 1902; Karl Julius Leyser: 1902 - 1930; Franz Georg Weber: 1931 - 1935; veschiedene Verweser: 1935 - 1937; August Hussong: 1937 - 1947; Jakob Walter Dreyer: 1947 - 1951; Alfons Rutz: 1952 - 1954; Karl Schappert (Verw.): 1954 - 1955; Rudolf Weber: 1955 - 1961

Pfarrer Karl Julius Leyser, Pfarrerssohn aus Neustadt war 28 Jahre
(von 1902 bis 1930) als Seelsorger am Potzberg tätig und in seine Amtszeit fiel 1906 der längst überfällige Einbau einer Kirchenheizung.
Er wurde 1930 in den Ruhestand versetzt und starb 1953 in Landstuhl.
 
Pfarrer August Hussong stammte aus Kirkel und war der Verfasser der Festpredigt zum 200. Kirchenjubiläum und wirkte von 1937 bis 1947 am Potzberg. Er war 1906 als Sohn eines Bergmanns geboren, wurde später Dekan, Mitglied der Landessynode und zeitweise auch der Kirchenregierung und starb 1988 in Wattenheim.

1962 trat Parrer Gottfried Stumpf sein Amt als Pfarrer in Neunkirchen-Gimsbach an. Sein segensreiches Wirken ist noch heute bei seiner Pfarrgemeinde in bester Erinnerung. Er erwarb sich um die Renovierung der beiden Kirchen in Neunkirchen und Gimsbach (Außenbau 1980/81 - Innenraum 1983/84 und 1987/89 große Verdienste. Stumpf wurde 1927 in Ludwigshafen geboren, betätigte sich in der Männerarbeit, gründete einen Krankenpflegeverein in der Pfarrei und war zuletzt Senior des Dekanates Kusel und in der Lektoren -u. Prädikantenfortbildung tätig. Am 28.02.1987 ist er leider all zu früh in Neunkirchen verstorben.

Danach übernahm Pfarrer Michael Comtesse die Pfarrstelle, er wurde 1945 in Heidelberg geboren, studierte von 1966 bis 1971 in Heidelberg, Mainz und Neuchatel. Seine Vikarzeit versah er von 1971 bis 1973 in Frankenthal, Bobenheim-Roxheim und Kirchheimbolanden um dann von 1973 bis 1975 als Pfarrer an der deutschen Gemeinde in Jerusalem zu wirken. Von 1975 - 1981 war er Pfarrer in Weisenheim a. Sand und von 1981 - 1987 Pfarrer an der deutschsprachigen Gemeinde in Kinshasa/Zaire und Dozent an der evangelisch-theologischen Fakultät in Kinshasa.

*** Auch in seiner fast 25jährigen Wirkungszeit am Potzberg stemmte die kleine Gemeinde im Glantal große finanzielle Projekte. So wurde 1989 die Innenraumrenovierung abgeschlossen und 2001, mit sehr viel Eigenleistung, die komplette Kirche freigelegt, mit einem 20cm dicken und 60cm hohen Betonkranz versehen und Drainage- und neue Abflussleitungen verlegt. 1991 erwarb die Gemeinde eine, um 1764 gebaute, Göbelorgel, die nach der Restaurierung dann 1996 auf der Empore aufgestellt wurde.

Daneben war er aber auch lange Jahre der Vorsitzende  der Pfarrvertretung, des Pfarrervereins, im Vorstand der Pfründestiftung, im Vorstand der Bezirkssynode, seit 1987 zweiter Vorsitzender der Sozialstation Brücken und ab 2001, bis über seine Pensionierung hinaus, deren erster Vorsitzender und dann zuletzt auch Senior im Dekanat Kusel.

Im September 2011 wurde er, in einem Festgottesdienst mit anschließender Kaffee- und Kuchentafel, in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

Nun musste man sich, aufgrund der Personalsteuerung der Landeskirche, mit etwas völlig Neuem befassen. Es sollte eine Pfarrstelle im Dekanat eingespart werden und so wurde aus der Pfarrei „Neunkirchen am Potzberg“ die Pfarrei „Am Potzberg“ , was einherging mit der Erweiterung durch die Kirchengemeinde Mühlbach und deren Stelleninhaber.

In einem sehr schönen und würdigem Gottesdienst in der Kirche von Gimsbach im März 2012 wurde Pfarrer Christopher Markutzik„installiert“, d.h. er bekam sämtliche Rechte aber auch seine lebenslangen Pflichten zugesprochen und übertragen.

Im November 1975 in Kaiserslautern geboren, begann seine schulische Laufbahn 1982 in Morlautern und endete 1994 mit dem Abitur am Burggymnasium in Kaiserslautern.

Nun leistete er seinen Zivildienst als Hausmeister an der Friedenskirche in Kaiserslautern und studierte dann an der Uni in Heidelberg zunächst auf Lehramt für Geschichte und evangelische Religion. 1998 entschloss er sich zum Studium der Volltheologie, das er dann 2004 erfolgreich abschloss. Vor seinem Vikariat versuchte er sich als Vertretungslehrer an der Realschule Kaiserslautern. Von 2005-2007 war er Lehrvikar bei der badischen Landeskirche in der Gnadenkirche in Mannheim-Gartenstadt und legte 2007 auch sein 2. Kirchliches Examen in der badischen Landeskirche ab. Seit März 2007 versorgte er zunächst die Pfarrstelle des Protestantischen Pfarramts 2 Altenglan (Mühlbach) und dann ab Oktober 2011 die Protestantische Pfarrei Am Potzberg.          

Leider verließ dieses “Pfarrerunikum“ unsere Pfarrei schon wieder im Januar 2014, um neue Herausforderungen als Gemeindepfarrer in Sausenheim, Neuleingen und Grünstadt-Süd zu suchen.

Die nun folgende vierzehnmonatige Vakanz wurde von den drei Gemeinden mit viel persönlichem Engagement der Presbyter/Innen (es waren, neben dem „Tagesgeschäft“, noch Presbyterwahlen durch zu führen) recht gut überbrückt, bevor etwas, noch nie am Potzberg Dagewesenes, geschah.

Die Landeskirche sandte uns eine Frau.

Im März 2015 wurde Frau Pfarrerin Janina Kuhn im Gottesdienst in Gimsbach den Gemeinden vorgestellt und im Juni, ebenfalls in Gimsbach, ordiniert. ***

Das zur Geschichte der Pfarrer die in der Filiale Gimsbach der Pfarrei Neunkirchen a. Potzberg ihren Dienst versahen.

Es gab übrigens auch ein Pfarrergeschlecht, das den Namen "Gimsbach" trug und das aus Gimsbach selbst stammte. Da war zunächst der Johann Georg Gimsbach um 1552 in Gimsbach geboren, von 1581 - 1584 Pfarrer in Bosenbach, von 1584 - 1606 reformierter Pfarrer in Ulmet. Er lebte später als Privatmann in Kusel und ist auch dort vor 1616 verstorben. Auch seine Söhne Johannes u. Johann Wenzeslaus Gimsbach, beide in Ulmet geboren, hatten den Pfarrberuf ergriffen und waren im Raum Berzabern tätig.

 
Quelle: Festschrift zur 675 Jahrfeier des Dorfes Gimsbach  u. 250 Jahre Kirche
             "Zwischen Glan und Potzberg", Dieter Zenglein, Dittweiler

*** Text von W. Tamm

 

 Januar 2017   

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